Tagesausflug nach Würzburg und Umgebung

Stadtführung und Korkenziehertour

Irgendwann in einer Vorstandssitzung erzählte uns Jutta von der Korkenziehertour in Würzburg. Eine Tour mit kleinen Bussen von Winzer zu Winzer mit Weinproben. Das hörte sich interessant an und wir gaben ihr grünes Licht für die Planung.

Da Würzburg nicht weit ist, manche aber vielleicht die Gelegenheit nutzen wollen, den Aufenthalt zu verlängern, war uns schnell klar, die Anreise gestalten die Teilnehmenden selbst und man trifft sich um 11 Uhr mit der Stadtführerin an einem zuvor festgelegten Treffpunkt (am Frankoniabrunnen vor der Residenz).

Wir waren auch fast pünktlich – was ist schon eine Verspätung von 30 Minuten bei der Deutschen Bahn. Gut, die von uns gebuchten Platztickets waren für die Katz – der Zug wurde sehr kurzfristig durch einen anderen ersetzt und die Waggonnummern stimmten nicht überein. Da wir allerdings als erste dort einstiegen, während eine Menge Fahrgäste von einem anderen Zug wechseln mussten, konnten wir uns gemütlich ausbreiten.

Zum Glück hatten wir sehr großzügige Puffer vorgesehen, man ist ja gebranntes Kind, wenn man öfters mit der Bahn fährt. Die S-Bahn hatten wir so früh gewählt, dass noch ein Frühstück am Frankfurter Hauptbahnhof drin war und in Würzburg stießen wir nur unwesentlich nach 11 zu den anderen, die bereits vor Ort waren. Unsere Stadtführerin Ina Volmer (mit einem l) begrüßte uns und gab uns als Einführung einen Schnellüberblick über die Geschichte von Würzburg.

Würzburg ist eine sehr alte Stadt, schon im Jahr 704 wurde sie das erste Mal erwähnt.

Durch Friedrich I Barbarossa wurde der amtierende Bischof Herold mit der Herzogswürde bedacht, so dass er die kirchliche und weltliche Macht innehatte und als Fürstbischof regierte.

Weil das Stadtvolk immer wieder aufmüpfig war, bauten sich die Fürstbischöfe die Festung Marienberg 100 m oberhalb des Mains. Während der Bauernaufstände wurde die Festung lange belagert.

Im 18. Jahrhundert erbauten die Fürstbischöfe die Würzburger Residenz, die ihnen als Sitz diente bis zur Säkularisation.

Bekannt ist Würzburg vor allem für das Bürgerspital und das Juliusspital. Letzteres wurde 1579 durch den Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn gestiftet, als Armen- Kranken- und Seniorenhaus, das sich durch Weinwirtschaft und Forstwirtschaft finanziert. Beide sind heute sehr renommierte Weingüter.

In einem zweistündigen Rundgang führte uns Frau Volmer u.a. in die Marienkapelle und in den Gedenkraum Grafeneckart im Rathaus der Stadt, in dem man ein Modell der Stadt nach der fast vollständigen Zerstörung im 2. Weltkrieg sehen kann.

Über die Alte Mainbrücke ging es zum Schluss zum vereinbarten Treffpunkt mit dem Team der Korkenziehertour – nicht jedoch, ohne mit Hochheimer Blumen für die spannende und kurzweilige Stadtführung zu danken.

Nach zwei Wegfindungsproblemen und einer kleinen P-Pause fanden wir uns beim ersten Weintreffpunkt ein:

Weingut Leo Sauer, an einem schönen Aussichtspunkt mitten in den Weinbergen, in der Lage Eibelstadter Kappellenberg.

Elke Röder empfing uns. Das Weingut wurde von ihrem Großvater Alfred Sauer als Mischbetrieb gegründet. Ihre Eltern schafften die Tiere ab und konzentrierten sich ganz auf den Weinbau. Weil ihr Vater viel zu früh und zu jung verstarb, übernahm Elke mit gerade einmal 20 Jahren den Betrieb. Ihr Mann Werner kam hinzu und Sohn David steigt auch mit ein.

Wir probierten:

1. 2025er Silvaner Spätlese trocken, gewachsen auf Muschelkalk, ausdrucksstark, tolle Mineralik und Frucht.

2. 2025er Scheurebe feinherb, typische Scheu-Aromenvielfalt im Glas

3. 2025er Regent Rosé, kräftige Farbe, kräftiges Aroma, passt herrlich zu der Sommerhitze.

Die Hitze trug dazu bei, dass wir den bereitgestellten Wasserkasten vernichteten. Alle drei Weine waren in den für Frenken typischen Bocksbeutel abgefüllt.

Elke erzählte uns, dass in den 90ern zwei Winzer auf einer Reise nach Alzey Gefallen an der Scheurebe gefunden hatten und sie nach Würzburg importierten, anfangs im Versuchtsanbau, bis sie zugelassen wurde. Sehr gute Idee, das.

Wir verabschiedeten uns mit Hochheimer Blumen und einem Dank und stiegen wieder in die kleinen Busse

Weiter ging es zum zweiten Weingut, dem Winzerhof Lang.

Wir wurden ganz herzlich empfangen von Heike und Johannes Lang. Johannes ist Softwareprogrammierer und „nur“ im Nebenerwerb Winzer, aber was für einer! Auf 3,5 ha baut er mit so viel Begeisterung und Herzblut Wein an. Eigentlich müsste er den Brotberuf an den Nagel hängen, auf 8 ha aufstocken …

Jedenfalls, ohne die Hilfe von Eltern und Schwiegereltern würde es nicht funktionieren. Zumal die Kinder noch ein wenig zu klein sind, um versklavt eingespannt zu werden. J

Als erstes, noch im Hof, probierten wir einen 2025er Silvaner alte Reben (1978), gewachsen auf Muschelkalk, spontan vergoren, 0,2 g Restzucker, ab Januar auf der Feinhefe, aber ohne Batonnage, um keinen Sauerstoffeintrag zu haben.

Ein ausdrucksstarker Wein voller Charakter (wie man bei einem Design-Wein nicht bekommt … meine persönliche Meinung)

Anschließend ging es in die Probierstube und zu liebevoll dekorierten, vielseitigen und reichhaltigen Vesperplatten mit den herrlichsten Brotsorten aus der Brotmanufaktur in Würzburg, die wir bei der Stadtführung gesehen hatten.

Wein Nr. 2 begleitete das Essen, ein Weißburgunder, ebenfalls spontan vergoren, lange auf der Feinhefe, genau so ein Geschmackserlebnis wie der erste.

Währenddessen erzählte uns Johannes, dass die Weine vorwiegend an Privatkunden gehen, sowie an diverse Gastronomen, da eine Schulkameradin in die Gastronomie gegangen ist und bei jedem Wechsel des Arbeitgebers ihre Weinquellen mitnimmt. Statt Bocksbeutel verwendet er nur Schlegelflaschen, die leichter zu handhaben sind.

Wein Nr. 3 schließlich war ein Johanniter, der erste PIWI des Tages. PIWIS sind praktisch, weil man viel weniger spritzen muss, und inzwischen schmecken sie auch. Wahrscheinlich wird der momentan noch vorhandene Bacchus auch eines Tages durch einen PIWI ersetzt.

Nach einem tosenden Applaus für die Weine, das tolle Essen, die sympathische Präsentation dankten wir natürlich auch hier mit Hochheimer Blumen.

Das nächste Weingut, das wir besuchten, war Weingut Arnold in Randersacker

Dieses VDP-Weingut bewirtschaftet 10 ha. in der11. Generation.

Wir probierten:

1. 2025er Blauer Silvaner mit einem leichten Pinkton. Blauer Silvaner hat dunkle Trauben, und wenn man ein wenig längere Maischestandzeit wählt, bekommt man Farbe ins Glas. Wenn man ihn schnell presst, ist er farblos wie „normaler“ Silvaner, bei längerer Maischestandzeit verändert er auch seine Aromatik.

2. 2025er Scheurebe trocken. Die Scheurebe ist nun 110 Jahre alt und wurde als Alternative zu dem damals nicht immer reif werdenden und oft sauer bleibenden Riesling von Georg Scheu gezüchtet. Die Eltern sind Riesling x Bukettrebe.

Er kann in die Richtung Sauvignon Blanc gehen von der Aromatik, wenn man ihn eher früh liest, oder sehr oppulente Südfrüchtenoten entwickeln.

Spontane Zwischenrufe veranlassten den Winzer, uns auch die feinherbe Scheu zusätzlich zu präsentieren. Beide fanden ihre Liebhaber und die echten Scheu-Junkies liebten beide sehr.

Als 4. Wein wählte er den Würzer spontan aus, weil zwei aus dem Publikum beim Studieren der Weinpreisliste die Rebsorte erfreut kommentierten. So bekamen wir den selten angebauten Würzer präsentiert. Der Würzer ist ebenfalls eine Züchtung von Scheu aus Gewürztraminer x Müller-Thurgau. Der Vorteil des Würzer ist, dass er die Aromatik von Gewürztraminer mitbringt, aber nicht diese oft zu starke Opulenz der Rebsorte, die oft schon nach einem Glas so sättigt, dass man nicht weitertrinkt. Beim Würzer könnte man noch ewig weitermachen …

Auch hier verabschiedeten wir uns mit Hochheimer Blumen.

Nachdem wir uns auch bei der Fahrerin und den beiden Fahrern entsprechend erkenntlich gezeigt hatten, ging es zurück zum Bahnhof für diejenigen, die nicht in Würzburg blieben. Wider Erwarten war der Zug auf die Minute pünktlich in Frankfurt (!), so dass wir die letzte S-Bahn erwischten, die bis Hochheim durchfuhr (!!) und so NICHT in den fragwürdigen Genuss des Schienenersatzverkehrs kamen (!!!).

Einige Hartgesottene trafen sich anschließend noch am Weinprobierstand zum „na te praten“ (niederländisch für Nach einem Treffen, nach einer Verabredung oder einem Essen noch gemütlich zusammenstehen und über das Erlebte reden.). Eure Chronistin war platt und zog es vor, mit dem Kater (dem Billi-Bob, einem rotblonden Burmesen, nicht vom Weintrinken) auf dem Sofa zu chillen.

Stadtradeln

Fünf GenussSpechte haben 2026 mitgemacht.

Das diesjährige STADTRADELN hat in Hochheim vom 23. Mai bis 12. Juni 2026 stattgefunden. Die GenussSpechte hatten ein eigenes Team gegründet und haben zusammen 1105 km geradelt. CHAPEAU !

Die Abschlussveranstaltung der diesjährigen Aktion fand am 4. Juli um 16 Uhr am Weinstand am Mainufer statt.

Kommentar von Pauline I., der Hochheimer Weinkönigin 2025/2026 :

GDW-Treffen in Graubünden

Fünf GenussSpechte vom 12. bis 14. Juni auf GenussTour in der Schweiz.

Die GDW-Treffen finden alle zwei Jahre statt. Jedes Treffen der Gemeinschaft Deutschsprachiger Weinbruderschaften e.V. wird von einen anderen Konvent oder Verein organisiert. Unterstützt vom GDW-Vorstand wird jedesmal ein tolles Event gestemmt. Diesmal an der Reihe: die sypmathischen Weinfreunde aus Graubünden in der Bündner Herrschaft.
Einige GenussSpechte waren beim GDW-Treffen in Bad Ragaz und Maienfeld in der Bündner Herrschaft im Kanton Graubünden dabei.

Die Bündner Herrschaft liegt am Tor zum Kanton Graubünden. Die kleine Gegend der grossen Vielfalt. Die Weinbauern und Winzerinnen rund um die Bündner Herrschaft keltern hauptsächlich sortenreine Weine. Hier gedeiht der Blauburgunder (Pinot Noir), dem die Bündner Winzer zu besonderem Glanz verhelfen. Aber auch eine Vielzahl von anderen qualitativ sehr hochwertigen Rot- und Weissweinen werden hier hergestellt. So werden Jahr für Jahr aus über 42 Rebsorten mehr als 60 verschiedene Weinspezialitäten gekeltert. Jeder Weinbauer hat seine eigenen Vorlieben und Ideen. So entstehen eigenständige und einzigartige Erzeugnisse mit individuellem Charakter. Am besten probieren Sie diese bei den Produzenten vor Ort. In den gemütlichen Torkeln hat schon so mancher seine ganz persönliche Spezialität entdeckt. Die Qualität dieser Weine hat unterdessen Weltruhm erlangt.
Die kleine Bündner Weinkunde. Kurze Erklärungen zu bekannten und beliebten Bündner Weinspezialitäten unter www.graubuendenwein.ch

Dort fand die Neuwahl des Vorstands statt. Wir haben nun eine Präsidentin. Die anderen Präsidiumsmitglieder wurden wiedergewählt.

Schatzmeisterin Margit Klein-Forster // Präsidentin Gabriele Meter-Lehnen //Vizepräsidentin Bettina Siée und Geschäfts- & Schriftführer Michael Landgraf.

Wir haben die Zeit dort genossen: tolle Weine, gutes Essen & anregende Begegnungen.

Blick hinter die Kulissen mit Weinprobe

GenussSpechte beim Weingut der Stadt Frankfurt

Fabian Schmidt hatte es noch während der Bieterphase angedeutet. Er freue sich, sobald es möglich ist, den GenussSpechten das Weingut der Stadt Frankfurt zu präsentieren. Seit feststand, dass Fabian Schmidt den Zuschlag für die Pacht des Weinguts der Stadt Frankfurt bekommen hatte, war den GenussSpechten klar: Da müssen wir gemeinsam hin. 34 Personen, 8 davon Gäste, fanden sich am Montag, dem 8. Juni pünktlich im Gutsausschank in der Aichgasse ein. Kaum saßen alle, begann es zu tröpfeln. Gutes Timing.

Kurzerhand verlegte man die Begrüßung mit Prinkelndem in pink nach Innen in die wunderschön renovierte Gaststube.

Nach langem Dornröschenschlaf ist diese tolle Location mit atemberaubenden Blick über die Weinberge seit zwei Monaten wieder offen und egal, ob man schöne Erinnerungen an frühere Familienfeiern hat oder den Betrieb neu entdeckt – alle sind begeistert.

Der Reihe nach: Nach der Begrüßung fasste Fabian die Geschichte des Weinguts zusammen.

Durch die Säkularisierung im 19. Jahrhundert ging der Besitz vom Karmeliterkloster an die Stadt Frankfurt über. Diese betrieb es mit wenig Erfolg und so suchte man einen Pächter.

Nachdem der Pachtvertrag nun nach 30 Jahren ausgelaufen war, musste die Pacht aus kartellrechtlichen Gründen neu ausgeschrieben werden. 11 verschiedene Bieter reichten ihre Konzepte ein. Nach einer Befragung in Frankfurt durch ein Gremium und einer Überarbeitung blieben 3 Bieter übrig. Der vormalige Pächter, eine Bietergemeinschaft und Fabian. Am 18. Dezember 2025 wurde der Vertrag unterschrieben.

Sein Konzept sah vor, nicht nur den Fokus auf Frankfurt und den Verkauf dort zu legen, sondern auch auf Hochheimer Publikum und den Gutsausschank wieder zu beleben. Durch die gute Vernetzung des Weinguts im Weinegg mit den Winzerkolleginnen und -kollegen, den Vereinen, der Politik ist das realistisch. Wie gut die Angebote angenommen werden, zeigt, dass man auf dem richtigen Weg ist.

Außer der Betriebsstätte in Hochheim und dem Gutshaus, das renovierungsbedürftig ist, gibt es in Frankfurt die Vinothek und einen großen Gewölbekeller. Dieser diente nur als Lager und soll in Zukunft für die Sektherstellung und Produktveredelung mit Führungen für Publikum genutzt werden.

(Schon jetzt kann man übrigens im Rahmen einer Führung durch die neue Altstadt um den Römer eine Weinprobe in der Vinothek in Frankfurt genießen, einige GenussSpechte haben das vor Kurzem ausprobiert und für empfehlenswert befunden.)

Von den Rebflächen in Hochheim sind 6 Hektar gerodet und werden neu angelegt, vorwiegend mit pilzwiderstandsfähigen Sorten. Die verbleibenden werden von Minimalschnitt wieder zu normaler Reberziehung geführt. Darüber hinaus gibt es in Seckbach, im Nordosten von Frankfurt, den historischen Lohrberg mit 1,5 Hektar – eine Terrassenanlage, die nur in Handarbeit bearbeitet werden kann.

Nach dieser ausführlichen Einleitung führte Fabian die neugierigen GenussSpechte in den Keller. Am Eingang schenkte er die nächste Probe aus, ein 2013 Spätburgunder aus der Magnumflasche vom Weingut im Weinegg, ein leichter Rotwein, für den Sommer geeignet, beim Grillen beispielsweise.

Der weit verzweigte Keller wirkt riesig, da er noch fast leer ist. In einem der Räume kann man Betontanks bewundern und Fabian schilderte, dass er zunächst gedacht hatte, oh nein, denn Beton ist nicht seine erste Wahl – diese jedoch sind von innen vollständig mit Edelstahl ausgekleidet. Diese Arbeit würde sich heute sicher niemand mehr machen. Dadurch sind sie wie Edelstahltanks nutzbar und aufgrund ihrer Größe sehr geeignet für Cuvées.

Der Keller ist gut ausgestattet, mit Kohlendioxid-Messung zur Sicherheit, mit Leitungen in der Wand, so dass man keine Schläuche verwenden muss für den Wein- oder Mosttransport von A nach B, er ist gleichmäßig kühl und die Bodenneigung führt passgenau zur Abflussrinne.

Im feuchtesten Kellerraum sollen in Zukunft die Holzfässer Platz finden, so dass weniger Verdunstungsverlust eintritt (schade für die Engel, die dadurch weniger Angel’s Share bekommen – ach nein, das sagt man eher bei der Whiskeyherstellung)

Die Traubenannahme für beide Weingüter, Weinegg und Stadt Frankfurt, soll hier in der Aichgasse etabliert werden, mit zwei Weinpressen nebeneinander.

Der Rundgang endete vor dem historischen Holzfass mit Schnitzerei und dem einzigen Wein, den der vormalige Pächter nicht mitgenommen hat: einen 2025er Spätburgunder, den die Teilnehmenden als Fassprobe genießen durften. Weich, samtig, fruchtig, jetzt schon gut zu genießen, man darf gespannt sein.

Mit dem Glas in der Hand ging es wieder in den Gutsausschank, wo Fabians Vater inzwischen ein Vesperbuffet aufgebaut hatte. Der nächste Wein, der Römerschoppen, ein sommerliches Cuvée aus Riesling und Sauvignon blanc in der Literflasche, trug schon das neue Etikett: Adler (auf der Brust, nein, der Flasche J), klar, hell, modern. Die Weine sind momentan noch aus den Beständen des Weinegg, weil außer dem Spätburgunder im Schmuckfass nichts geblieben ist von der 2025er Lese. Auf dem Rückenetikett steht daher Vertrieb: Weinhaus Stadt Frankfurt und eine Abfüllernummer.

Weiter ging es auch mit Geschichtlichem: Frankfurt hatte früher viel Weinbau, bis die Reblaus kam. Nur der Lohrberg blieb übrig. Die Streuobstwiesen, der Äppler, das kam alles erst danach. Zudem gab es früher ein „Hochheimer Frankfurter Weinfest“ und es gibt ein Wandmosaik mit der Hochheimer Kirche in Frankfurt.

Als nächstes probierten die Teilnehmenden einen 2011 Hochheimer Hofmeister Riesling Alte Reben aus der Magnumflasche vom Weinegg. Ein perfekt gereifter Wein, cremig, ausdrucksstark, bevor es wieder ganz jung wurde mit einem Weißburgunder und einem Chardonnay von 2025.

Den krönenden Abschluss in edelsüß bildete eine Riesling Spätlese von 2017.

Auf die Frage, ob die Weinprobe gefallen habe, gab es donnernden Applaus und einen Brut de Zeelande vom Weingut De Kleine Schorre aus den Niederlanden(Flaschengärung).

Auf dem Heimweg konnte man noch ein Feuerwerk am Horizont beobachten. Das passte zu diesem rundum gelungenen Abend.

Nachlese Bergstraße – Weinprobe mit Fotoshow

GenussSpechte lassen Genussreise Revue passieren

Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen, heißt es. 2025 unternahmen die GenussSpechte ihre dritte Genussreise, diesmal an die Hessische Bergstraße (die HZ berichtete). Unter der Organisation von Schorsch Schäfer erkundeten die Teilnehmenden am ersten Tag Bensheim und Heppenheim und am Tag zwei das ebenfalls zur Hessischen Bergstraße gehörende Groß-Umstadt. Neben dem Besuch des Weinguts Hanno Rothweiler und der Genossenschaften Viniversum Heppenheim und Vinum autmundis – Odenwälder Weingenossenschaft eG gehörten auch eine hochinteressante Führung in der Rebveredelung Antes und eine Weinlagenwanderung zum Programm.

Für die, die nicht dabei sein konnten und diejenigen, die gerne in Erinnerungen schwelgen, fand am 29. Mai im Weinbaumuseum Hochheim eine Nachlese statt. Schließlich galt es zu erkunden, wie die damals gekauften Weine nach einem Jahr schmecken.

Hendrik Ruitenberg begrüßte alle Teilnehmenden und erläuterte seine Vorgehensweise: die Präsentation und die Fotos folgten der genauen Reihenfolge der Reise. Die Weinprobe allerdings nicht, die war anhand der Ausbauart der Weine in eine sinnvolle Probenfolge geordnet. Das bedeutete zwar ein wenig hin- und herscrollen mit Beamer und zwei Laptops, sorgte aber für heitere Momente, wenn live und vor Ort fehlende Analysewerte oder sonstige Angaben in der Präsentation nachgetragen wurden. Die Weine hatten bei Familie Hühn vom Vorstand gelagert und Hendrik Ruitenberg hat nicht alles vorher abgeschrieben. Zudem fehlte in den Steckbriefen der Weine so mancher Buchstabe „r“ – das kam sicher daher, dass die Weine des Weinguts Rothweiler alle ein großes R auf der Flasche tragen und so blieben für die Präsentation nicht genügend davon übrig (oder hat jemand schon von der Rebsorte „Melot“ gehört? J)

Die Probe begann prickelnd, mit einem weißen Perlwein namens S’Zischt von vinum autmundis, und danach einem Bergsträßer Sekt 2023 Goldmuskateller trocken von den Bergsträßer Winzern. Die Rebsorte war leicht erraten an den exotischen fruchtigen Tönen in der Nase und am Gaumen.

Der „Blush“ Rosé Syrah QbA trocken vom Weingut Hanno Rothweiler zauberte Syrah-Aromatik in dezent und sommerlich auf die Zunge.

Beim nachfolgenden Auxerrois gab es den üblichen Wettbewerb, wer stellt als erstes die Frage: „wo bleibt der Spargel?“, dieser Running Gag aus der Genussreise in die Niederlande (2023, nach der Spargelzeit) wird zelebriert.

Es schlossen sich Weine an aus Merlot, Zinfandel, Grauburgunder, Gelber Muskateller – ohne Kohlensäure im Gegensatz zum Sekt vom Anfang, also ein „Stillwein“ und diese Fachbezeichnung soll bitte nicht missverstanden werden.

Er ist nicht für junge Mütter geeignet.

Auch Piwis -also pilzwiderstandsfähige Rebsorten waren vertreten: Cabernet Blanc, Souvignier Gris und als süßen Abschluss eine Muscaris Auslese.

Eines fiel auf bei der Fotoshow: Niemand, wirklich niemand, hatte das Hotel fotografiert und auch bei den typischen Tellerfotos bei jeder Mahlzeit hatten sich die Teilnehmenden in vornehmer Zurückhaltung geübt. Bei der nächsten Reise sollte jemand dafür festgelegt werden.

Susannes Bericht in der Hochheimer Zeitung.

GenussSpechte im Weingut Dienst

Gelungene Weinprobe mit Vesper im Dorotheenhof

Manchmal fallen die Abstände zwischen Weinproben kurz aus, je nachdem wie voll die Terminkalender der Beteiligten sind. So kam es, dass die GenussSpechte nur zwei Wochen nach der Masterclass Weinprobe (die HZ berichtete) den nächsten genussvollen Abend miteinander verbringen durften. Eine weite Anfahrt war auch nicht nötig, es ging zum Weingut Dienst, gebucht war eine Weinprobe mit Vesper.

Jannis Dienst war sehr kurzfristig für Thorsten eingesprungen und eins kann man sofort festhalten: er hat die etwas plötzlich auf seiner Agenda landende Aufgabe mit Bravour gemeistert!

Der Reihe nach: In den kleineren Raum des Gutsausschanks passen nicht endlos viele Menschen herein, so war diese Probe sehr schnell ausgebucht, und man saß kuschelig. Jannis begrüßte die Teilnehmenden mit einem Rieslingsekt Brut, sehr beliebt in der Gastronomie, bei Vereinen und Veranstaltungen und fasste die Geschichte des Weinguts zusammen.

Anfangs, um 1648, war der Betrieb ein reines Weingut, Viehzucht und Ackerbau kamen erst später hinzu. In den 1960ern erfolgte der Umzug aus der Innenstadt auf das heutige Weingut, das damals ein Aussiedlerhof war – bis die Stadt sich langsam in die unmittelbare Nachbarschaft ausdehnte.

Vieh und Ackerbau verschwanden in den 70ern und man konzentrierte sich voll auf den Wein. Jetzt sind rund 12 Hektar im Anbau.

Nach dem Rieslingsekt aus Tankgärung ging es weiter mit einem Rosé Sekt aus Spätburgunder in traditioneller Flaschengärung. Der passte hervorragend zu dem sommerlichen Wetter und zum bunten Vesperteller.

Die Sekte wurden bislang von Reuter & Sturm, einem Lohnversekter, hergestellt, jedoch wird es hier einen Anbieterwechsel geben, da diese Firma ihre Aktivitäten einstellen wird.

Nach den beiden Sekten ging es weiter mit mehreren Fassproben, da erst ein Wein von 2025 gefüllt ist und das gehört zur Machart beim Weingut Dienst -dass man den Wein nicht schon Anfang des Jahres füllt, sondern ihm Zeit gibt, optimal zu reifen. Für Weininteressierte ist es natürlich besonders reizvoll, einen Wein schon vor der Füllung als Fassprobe kennenzulernen. Wenn man etwas geübt ist und ein gutes Geschmacksgedächtnis hat (oder sich ausführliche Verkostungsnotizen macht) kann man die probierten Exemplare nach der Füllung erneut verkosten und dabei erleben, wie der Wein sich verändert hat.

Um die Bandbreite eines Weinguts zu erfassen, sollte eine Probe jedoch nicht nur aus Jungweinen bestehen und Jannis hatte genau die richtigen Vertreter ausgewählt, um die Vielfalt schmeckbar zu machen.

So probierten die Teilnehmenden den 2023 Hochheimer Hölle Riesling trocken. Dieser Wein wird immer erst ab September des Folgejahres in den Verkauf genommen. Und dann kann man ihn sofort genießen oder weiter reifen lassen – am besten funktioniert das aus Erfahrung der Chronistin mit dem Erwerb einer ganzen Kiste und dann öffnet man alle zwei Jahre eine Flasche.

Sehr interessant war auch der 2021 Alte Rebe Riesling (60 Jahre alte Reben, um genau zu sein) aus den Lagen Reichestal und Hölle. Dieser Wein sei bei seiner Füllung schwer einzuordnen gewesen, berichtete Jannis, er benötigte Zeit, um seine Wirkung zu entfalten. Die Zeit hatte ihm gut getan, der Wein präsentierte sich facettenreich und tiefgründig.

Inzwischen war der Abend ein wenig kühler geworden, so dass man guten Gewissens die Probe mit zwei Rotweinen abschließen konnte, dem hervorragenden „Basis“-Rotwein von 2022, ein Spätburgunder mit zwei Jahren Reife vor der Füllung, ein Renner im Gutsausschank (nicht überraschend) und als Krönung die 2018 Hölle Spätburgunder Auslese, die in zwei Varianten ausgebaut wird – mit und ohne Reifung im Holzfass. Heute kam die Variante ohne Holzfass zur Probe und kam sehr gut an.

Wie bei den GenussSpechten üblich, gab es ein kleines Dankeschön in Form von zwei Flaschen Wein aus den Niederlanden vom Weingut Apostelhoeve und spontanen Applaus.

Es ist sehr gut zu wissen, dass auch in diesem Weingut die nächste Generation mit vielen eigenen Ideen und einer klaren Vorstellung der zukünftigen Ausrichtung bereitsteht.

Der Artikel von Susanne wurde wie üblich in der Hochheimer Zeitung abgedruckt.

Masterclass – Deutsche Spitzen-Rotweine bei den GenussSpechten

Verdeckte Probe und Rebsorten-Ratespiel im Weinbaumuseum

Einmal im Jahr gibt es bei den GenussSpechten die Masterclass Weinprobe im Weinbaumuseum. Das Besondere hieran ist: Maximal 15 Teilnehmende, für eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre (theoretisch J), und die Weine werden verdeckt ausgeschenkt, in vier „Flights“ à drei Weinen gleichzeitig. Ein wenig wie bei den Weinproben beim Volksbildungswerk von Arthur Fuchs, auf anspruchsvollerem Niveau. Arthur Fuchs ist auch bei den Masterclassproben derjenige, der die Weine auswählt und die Weinproben leitet – ohne Themenvorgabe seitens des Vorstands.

Da es im letzten Jahr eine Tour de France in Weiß gab (die HZ berichtete), waren nun Rotweine an der Reihe, genauer gesagt deutsche Spitzenerzeugnisse, alle trocken.

Wasser. Brot und Käsewürfel dienten der Neutralisierung des Gaumens zwischen den Weinen.

Außerdem brachte Probenteilnehmerin Irina, passend zu Rotweinen, ihre beliebte „Schokoladen-Salami“ mit, die im Laufe des Abends für herrliche Genussmomente sorgte.

Nach einer kurzen Begrüßung der Anwesenden durch Hendrik Ruitenberg startete die Verkostung mit einem ersten Flight von drei Weinen. Zunächst gab Arthur nur die sog. Expertise der Weine bekannt – also Alkohol, Säure und Restzucker sowie Jahrgang und die Teilnehmenden durften die Rebsorten erraten. Bei zwei Spätburgundern und einem Frühburgunder war das nicht schwer und viele erkannten den Frühburgunder korrekt im zweiten Wein.

Arthur gab den Teilnehmenden interessante Informationen zur Rebsorte Spätburgunder. Das ist eine hochwertige, sehr alte Rebsorte, die weltweit angebaut wird. Die Abstammung ist nicht letztgültig erklärt, sie könnte aus direkter Linie von den Wildreben abstammen. Sie ist die Urform der Burgunderreben, die anderen sind hieraus durch Mutation entstanden. Im Rheingau ist sie die meistangebaute rote Rebe.

Beim nächsten Flight war schnell klar, dass auch andere Rebsorten ins Spiel kamen. Der erste Wein war ein weiterer Spätburgunder, aber bei Nr. 4 und 5 kamen Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc ins Spiel. Letzterer wird seltener solo angeboten und beide sind aus den Bordeauxweinen bekannt (zusammen mit Merlot). Merlot wollten einige herausgeschmeckt haben, viele errieten jedoch den Cabernet richtig.

Cabernet Franc wird gerne als „kleiner Bruder“ des Cabernet Sauvignon bezeichnet – dabei ist er ein Elternteil. Cabernet Sauvignon ist eine Kreuzung von Cabernet Franc mit Sauvignon Blanc. Ja, aus rot mal weiß wird rot.

Wie bei Weinproben mit Arthur Fuchs üblich, durften nun die Teilnehmenden reihum ihre Sinneseindrücke berichten und Favoriten benennen. Die Stimmenverteilung war zu diesem Zeitpunkt noch recht ausgeglichen und erst danach wurden von den ersten beiden Flights die Hussen entfernt.

Das erste Flight bestand aus einem Ingelheimer Pares Doppelstück-Spätburgunder vom Weingut Wasem, einem Ingelheimer Schlossberg Frühburgunder von Bettenheimer (beide Rheinhessen), und einem Sankt Andreasberg Spätburgunder Alte Reben vom Weingut Schloss Ortenberg, Baden.

Das zweite Trio setzte sich zusammen aus einem Corbet Spätburgunder R, Weingut Corbet, Diedesfeld (Pfalz), dem 2019 Divinus Cabernet Sauvignon vom Wein Konvent Dürrenzimmern und dem 2020 Divinus Cabernet Franc vom gleichen Weingut, aus Württemberg.

Hier punktete bei einigen der Spätburgunder, während andere von den Cabernets begeistert waren. Geschmäcker sind zum Glück verschieden und individuell

Flight drei brachte die ersten „Mouthbombs“ mit Schoko-, Kaffée und Röstnoten ins Glas. Das klang nach längeren Barriqueausbau.

Der erste Wein war ein weiterer Cabernet Sauvignon, bei Wein 8 und 9 wurde bald jede Rebsorte hereingerufen – der Hinweis auf zwei Namen für diese Rebsorte führte bei einer Teilnehmerin zur korrekten Diagnose: Lemberger, in Österreich als Blaufränkisch bekannt. Wobei auch manche deutschen Winzerinnen und Winzer lieber diese Bezeichnung nutzen.

Lemberger / Blaufränkisch ist eine natürliche Kreuzung aus Blauer Zimmettraube mal Weißem Heunisch. Er liebt mildes Klima und windgeschützte Standorte und ist gekennzeichnet durch einen frühen Austrieb und eine späte Reife. Mit dem Lesezeitpunkt kann man bestimmen, ob man eher leichte, fruchtige Weine oder schwere, tanninreiche Weine erhält, die für einen Barriqueausbau geeignet sind.

Im vierten Flight, traditionell das hochpreisigste, kam eine weitere Rebsorte ins Spiel: der Syrah (international Shiraz bezeichnet), auch hier errieten einige die Rebsorte, und zwei weitere Spätburgunder.

Syrah ist wahrscheinlich im Rhônetal entstanden und ist ein Urenkel von Pinot Noir und darüber hinaus mit der Rebsorte Lagrein verwandt. Er wird weltweit angebaut, auch in der sog. „Neuen Welt“, also Südafrika, Argentinien, Chile, Australien, Neuseeland.

Bei der anschließenden Besprechung der beiden Flights zeigte es sich, dass einer der Weine polarisierte – eigentlich gefiel er nur zwei Personen. Ob es am Alter lag, er hätte durchaus noch liegen können, oder ob die Flasche nicht ganz korrekt gelagert war, man weiß es nicht. Hier wird nicht verraten, welcher es war.

Flight 3 bestand aus einem 2020 Weinfactum Cabernet Sauvignon, Weinfactum Bad Cannstadt, einem Weinfactum Lemberger, Reserve, gleiche Adresse (Württemberg) und einem Laumersheim Blaufränkisch von Philipp Kuhn, Laumersheim (Pfalz).

In Flight 4 genossen die Teilnehmenden einen 2018 Syrah vom Weingut Knipser, Laumersheim (Pfalz), einen 2020 Kallstadter Steinacker, Spätburgunder Erste Lage, Weingut Rings, Freinsheim (Pfalz) und einen 2019 Siebeldingen im Sonnenschein, Spätburgunder Großes Gewächs 13°, Hans Jörg Rebholz, Siebeldingen, Pfalz.

Nun wäre eigentlich die Probe zu Ende gewesen. Sie erinnern sich an das Wort „theoretisch“ bezüglich der Anzahl der Teilnehmenden am Anfang dieses Artikels. Es waren ein paar mehr, so dass man mit den 4 cl Dosierern gearbeitet hatte, statt mit den 5 cl Dosierern – was man indes kaum merkt. Als Ausgleich hatte Hendrik Ruitenberg ein wenig aufgeräumt im Keller und drei allzeit beliebte Kellerfunde mitgebracht. Selbstverständlich wurden auch diese verdeckt ausgeschenkt und besprochen.

Es waren ein 2018 Spätburgunder Rosenthal Großes Gewächs von Adeneuer (Ahr), ein 2012 Cuvée X vom Weingut Knipser, Pfalz (Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot) – ein Highlight, genau das richtige Alter und ein viel zu früh geöffneter 2022 Walporzheimer Gärkammer Großes Gewächs von Adeneuer, letztes Jahr erworben, aber Ruitenberg war neugierig.

Ganz zum Schluss erst wurden die Preise der Weine verraten – man bewegte sich heute zwischen € 14,50 und immerhin € 76,99 und auch das ist die Idee hinter den Masterclass-Proben: Dass man sich in Preislagen bewegt, die man nicht mal eben zu zweit auf der Terrasse genießt und eine besondere Flasche mit Gleichgesinnten zu teilen, macht immer großen Spaß.

Zum Schluss gab es Applaus von den Teilnehmenden und manche Weine wurden noch einmal nachprobiert. Ruitenberg verteilte Weingeschenke an zwei Teilnehmerinnen, die in dieser Woche Geburtstag gehabt hatten und dankte Arthur Fuchs mit einer Flasche Spätburgunder vom Weingut Baison, einem seiner Lieblingsweine.

In bewährter Manier halfen alle beim Aufräumen mit – ehe der harte Kern dafür sorgte, dass alle Flaschen ohne Reste ins Altglas entsorgt werden können.

(Bilder folgen in kürze)

Weine aus 26 Jahren – Raritätenprobe von und mit Weingut Baison

Die Jahreshauptversammlung haben wir gerade vor einer Woche erfolgreich über die Bühne gebracht, da läuten wir sofort das neue Weinjahr ein.

Fast vor einem Jahr, im März 2025, durften wir eine besonders gelungene Weinprobe im Weingut Baison erleben. Es gab einen leckeren Vesperteller, tolle Weine, viel Gute Laune, und eine Kellerführung. Der verwinkelte Keller war spannend und viel größer, als man von außen denken würde. Besonderes Highlight: wir durften aus dem Regal ein paar gereifte Flaschen aussuchen, die anschließend mit dem Korkenzieher Bekanntschaft machten und gleich genossen wurden.

Nadja und Heinrich hatten großen Spaß mit unserer Glocke, wenn wir zu laut wurden – ziemlich oft im Probenverlauf. Am Ende sangen wir laut und fröhlich alle zusammen das Hochheimer Lied.

Heinrich sprach uns dann ein paar Wochen später an mit einer Idee für eine neue Weinprobe (wir können also nicht einen allzu schlechten Eindruck hinterlassen haben J):

Eine „Rückstellproben-Probe“ – so lautete der Arbeitstitel.

Rückstellproben sind die zwei Flaschen Wein, die zwei Jahre lang aufbewahrt werden müssen, sobald ein Wein eine AP-Nummer hat und in den Verkauf geht. Es ergibt von selbst, dass sich im Lauf der Zeit einiges ansammelt. Die kann der Winzer dann irgendwann im stillen Kämmerlein austrinken. Oder aber mit weininteressierten Personen teilen. Zum Glück für uns, wählten Nadja und Heinrich diese zweite Option.

Am Samstag, dem 28. Februar kamen wir im Weinbaumuseum zusammen. Brot, Wasser, Spundekäs und Brezelchen standen bereit, wir waren gespannt, und da es keine Liste gab, konnte man auch nicht „lubschen“, was zu verkosten käme.

Heinrich und Nadja hatten wahre Schätze ausgegraben.

Neben den schon angesprochenen Rückstellproben gab es diverse Weine und Sekte älterer Jahrgänge, auch ein Ruitnberg’scher Kellerfund gesellte sich hinzu. Manche Flaschen hatten ein einfaches Etikett, nur mit den Angaben, dazu noch das Originalsiegel nach der Vergabe der AP-Nummer, andere trugen das gewohnte Logo.

Nadja und Heinrich hatten umfangreiche Notizen mitgebracht über jeden Weinjahrgang, die klimatischen Besonderheiten, die Lesezeitpunkte, die halfen, die Probe einzuordnen und sich an das betreffende Jahr zu erinnern. Die Werte, die von nerdigeren unter uns so gerne mitgeschrieben werden, lagen nicht mehr vor. Aber die Zucker- und Säurewerte verändern sich ohnehin bei Reifung und sind dann weniger interessant.

Das Ausschenken besorgte Nadja und Hendrik abwechselnd, mit unseren Dosierern, außer beim Sekt.

Die genaue Probenfolge war (Anmerkung: Die Verkostungsnotizen sind von Susanne und daher subjektiv):

1. 2001 Hochheimer Herrnberg Sekt Riesling Brut
Ein sehr guter Jahrgang für Spät- und Auslesen. Der Sekt hatte eine pink-orange Farbe, und noch Druck genug, dass der Korken herausploppte. Auch eine dezente Perlage war noch vorhanden, dazu reife, aber ansprechende Geschmacksnoten.

2. 2012 Rheingau Riesling Brut – 12,5% Vol.
Ein normales Weinjahr ohne besondere Wettervorkommnisse (außer einem sehr kalten Februar). Der Sekt ist erstaunlich frisch für 14 Jahre, hat eine angenehme Perlage.

3. 2009 Hochheimer Hölle Riesling Spätlese trocken – 13,5% Vol.
Ein Top Jahrgang (2009 war auch in Bordeaux ein Top Jahrgang, wahrscheinlich sogar weltweit). Der Wein hat damals eine Goldene Preismünze erhalten. Man schmeckt die typische Höllenaromatik und viele reife gelbe Früchte.

4. 2012 Hochheimer Herrnberg Riesling Spätlese Alte Rebe trocken
Alte Rebe bedeutet, dass die Ertragsreduktion von alleine stattfindet. Diese Weine sind, wenn sie jung sind, immer etwas unzugänglich. Aber wenn man die Muße hat, zu warten, werden sie komplex und interessant.

5. 2012 Baison Junior Riesling Spätlese trocken – 12,5% Vol
Handlese aus Hölle und Kirchenstück, 12,5 %. Dieser Wein firmiert jetzt als „Handlese“. Junior ist nicht mehr Junior, sondern selber Chef J. Auch diesem Wein kommt die Wartezeit gelegen, er reift sehr gut. Vol.

6. 2015 Hochheimer Hölle Riesling Spätlese trocken, Alte Reben, gereift im großen Holzfass – 14,5%
Ein „Wow“ Wein. 2015 war ein bombastisches Weinjahr mit gesunden, vollreifen Trauben. Jede und jeder von uns hat noch Erinnerungen an tolle Weine aus diesem Jahr.

7. 2016 Flörsheimer Herrnberg Riesling Kabinett trocken
Das war damals die Ecovin-Phase, die aber wieder aufgegeben wurde. Wenn man konventionell arbeitet, kann man im Notfall besser eingreifen, sagt Heinrich. Es wird so wenig wie möglich gespritzt und keine Herbizide, nur Pflanzenschutz. Ein Kabinett ist nicht unbedingt ein Wein, den man lange aufhebt. Dieser hier ist gut gealtert und lässt sich sehr gut genießen.

8. 1990 Hochheimer Hölle Riesling Auslese – 12% Vol.
Der Oldie des Abends, stolze 36 Jahre alt. Preismünzengeehrt. Reif, dicht, bernsteinfarben, ausgeprägte Kirchenfenster im Glas. Hendrik hat leider den Fehler gemacht, den Siegellack zu entfernen. Dadurch ist der Korken erst einmal in die Flasche abgetaucht, weil ihn nichts mehr gehalten hat. Der Wein wurde gesiebt und aus der Karaffe ausgeschenkt. Wahrscheinlich hätte man den Korken durch den Siegellack ziehen müssen.

9. 1999 Hochheimer Stein Gewürztraminer Spätlese – 12,5% Vol.
Der Wein ist genießbar, aber die Typizität von Gewürztraminer hat er komplett verloren. Weder der Rosenduft noch die typische Aromatik sind vorhanden. Es ist dennoch spannend zu schmecken, wie diese Typizität einfach so abtauchen kann.

10. 1997 Hochheimer Reichestal Spätlese
Ziemlich ramponiertes, kaum noch lesbares Etikett – aber der Wein ist klasse. Reichestal ist immer sehr extraktreich, diese Weine altern auch gut. Finde ich.

11. 2007 Baison Spätburgunder trocken – 13,5% Vol.
Der „Einstiegsrotwein“. Viel Depot, danach mussten wir erst einmal die Gläser spülen. Eine interessante Note von Pfeffer und Chili, den er in jungen Jahren nicht hatte. Jetzt ein Steak vom Holzkohlegrill dazu … dieser Wein gehört jedes Jahr neu in den Keller gelegt, man kann ihn immer trinken.

12. 2007 Hochheimer Hölle Spätburgunder Spätlese trocken – 14,5% Vol.
14,5%, bombastischer Rotwein, mit der Zutat Zeit, die Weine oft nicht bekommen, weil man zu ungeduldig ist. Hier zeigt er seine ganze Fülle und Dichte. Frucht und Holznote, alles in feiner Balance.

13. 2015 Hochheimer Reichestal Spätburgunder Auslese trocken – 15% Vol.
TOP TOP TOP in Großbuchstaben, das habe ich in mein Büchlein gekritzelt.
Diesen Wein haben wir dekantiert, dann aber für den Dosierer zurück in die Flasche gefüllt, der brauchte die Luft.

Der Wein war mit einer perfekten phenolischen Reife gelesen und ein absolutes Highlight. Wir erinnern uns, 2015 war dieses ganz besondere Weinjahr. Wenn man ihn in der Bourgogne verdeckt in eine vergleichende Weinprobe schummeln würde, müssten sich die Franzosen warm anziehen … ja, deutsche Rotweine, das ist nicht mehr wie früher.

Hier die gekürzte Fassung, die in der Hochheimer Zeitung abgedruckt war.

Kulinarische Weinprobe der GenussSpechte

Weine aus Tschechien

Eine schöne Tradition hat sich im Verein im dritten Jahr seines Bestehens etabliert: die kulinarische Weinprobe als Ausklang und Höhepunkt des Weinjahres.

Geselligkeit, Gemeinschaft, Genuss, und dazu Gutes Essen, das lockte auch in diesem Jahr wieder viele Genussfreunde in den evangelischen Gemeindesaal, der sich in den Landesfarben festlich dekoriert präsentierte. Die kreativen Ideen hierzu kamen von Jutta und Ingo Hühn.

Nach der Wachau in 2023 und „Wild und Wein“ in 2024 hatte der Vorstand sich in diesem Jahr für das Thema Tschechien entschieden, konkret die Gegend rund um die neue Partnerstadt Mikulov.

Für das Catering fragte man natürlich bei Kochfreund Roger Ullrich an. Und der war anfangs bezüglich der Themenwahl eher reserviert. Er habe bislang nur wenig Erfahrung mit der tschechischen Küche. Der Vorstand der GenussSpechte indes setzte vollstes Vertrauen in Rogers Kreativität.

Und wie es sich zeigte, absolut zu Recht.

Der Reihe nach: nachdem Hendrik Ruitenberg die teilnehmenden Mitglieder und Gäste begrüßt hatte, gab er zunächst Einblicke in das Weinland Tschechien, genauer das Anbaugebiet Mähren und seine Subregionen, eine davon Mikulov. Natürlich kam zur Sprache, dass Franz Künstler aus dieser Gegend stammte.

Für jeden Wein und jedes Weingut hatte Ruitenberg Steckbriefe, Fotos, Luftaufnahmen, Innenansichten, so dass man genau nachvollziehen konnte, welche Winzerfamilie hinter dem gerade genossenen Wein stand und wie und wo er gewachsen und ausgebaut war. Reisepläne kamen aus dem Publikum schon bei den ersten Fotos auf. So war es interessant, zu erfahren, dass viele Weingüter Stellplätze für Camper oder Ferienwohnungen anbieten.

Als Einstieg in die Probe kam der einzige Rotwein des Abends ins Glas, ein 2022 Frankovka (Blaufränkisch) Auslese – Reserva trocken des Familienweinguts Skoupil in Velké Bílovice. Ein weicher, tiefer Rotwein mit einer Reifezeit von 24 Monaten in Eichenfässern.

Zum ersten Weißwein, einem Hibernal Spätlese trocken, ebenfalls von Skoupil, servierte Roger mit fleißiger Unterstützung der Teilnehmenden beim Heraustragen der Teller den ersten Gang, Prager Schinken auf Curryrahmkraut, und erläuterte seine Herangehensweise an das anfangs eher mit Skepsis betrachtete Thema. Hier gibt´s die Menüfolge.

Er habe viel über die tschechische Küche recherchiert, die sehr deftig sei, und sich entschieden, die typischsten Zutaten zu nehmen und mit Leichtigkeit und etwas internationaler Finesse neu zu interpretieren. In Ergänzung kündigte er ein Überraschungshäppchen an, das nichts, aber auch gar nichts mit dem Thema zu tun habe. Die GenussSpechte waren gespannt.

Sauerkraut mit Curry zu aromatisieren, auf die Idee war noch kaum jemand gekommen im Publikum – es passte jedoch so gut zum Hibernal, einer pilzresistenten Neuzüchtung aus Riesling x Seibel, als wäre es dafür gemacht gewesen. Und dass, obwohl niemand die Weine vorher probiert hatte.

Im Anschluss folgte ein Wein aus einer landestypischen Rebsorte, dem Pálava (der schon auf der Reise nach Mikulov anlässlich der Städtepartnerschaft in 2022 viele Fans gewonnen hatte), hier ein 2024er vom Weingut Volařík in Mikulov

Der Pálava ist eine mährische Rebsorte, nach dem Naturschutzgebiet Pálava benannt und ist eine Kreuzung aus dem Roten Traminer mit Müller Thurgau.

Zum 2018 Riesling von Víno Marcinčák, Mikulov folgte das Überraschungshäppchen: salzige Cracker mit Sauerrahm und Tobikko Wasibi. Tobikko ist der japanische Name von Fliegenden Fischen und die Wasibi-Variante sieht aus wie grüner Kaviar.

Dieser kleine Ausflug kam sehr gut an.

Zum nächsten Gang, einer Pilzrahmsuppe mit Knobicroutons, kamen nacheinander ein 2023 Zímarky Pálava Spätlese, trocken von Skoupil und ein 2022 Kotelná Welschriesling Spätlese, trocken von Volařík ins Glas. Man vermutet, dass der Welschriesling ursprünglich aus Tirol seinen Weg in die Gegend gefunden hatte. Zum Glück gab es von der Suppe noch Nachschlag, sie war köstlich.

Die Pause nutzte man zur Vorstellung des Programms für das nächste Jahr.

Der nächste Gang rief einige „ahs“ und „ohs“ hervor, schon von der Optik und erst recht beim Probieren. Roger servierte ein Rote Beete Carpaccio mit Meerrettichpüree und einem Tatar von geräucherter Forelle. Im Glas gesellten sich eine Hibernal Spätlese trocken und danach eine Johanniter Auslese halbtrocken, beide von Volařík, hinzu. Der Johanniter ist ebenfalls eine „Piwi“ Sorte, also eine Neuzüchtung (Riesling x Seyve Villard x Pinot Gris x Chrupka bílá.)

Die halbtrockene Pálava Auslese vom Weingut Volařík begleitete den Hauptgang, Rindergulasch mit hausgemachten Semmelknödeln. Beim Gulasch hatte Roger den sonst üblichen Zwiebelanteil deutlich reduziert, was als Begleitung für eine Weinprobe genau richtig war. Auf den Hinweis, dass man sich in der Küche noch ein kleines On Top holen könne, gab es eine kleine Stampede, umkommen sollte schließlich nichts von den herrlichen Gerichten.

Danach wurde es süß – sowohl im Glas, als auch auf den Tellern.

Kleine Buchteln mit Pflaumenmusfüllung an Vanillesahne und dazu einen Purmice Pálava Auslese süß von Volařík und einen Roten Traminer Auslese RESERVA süß von Skoupil. Diese Weine kleideten den Gaumen aus, nahmen die Süße des Desserts wunderbar auf und natürlich gab es am Ende donnernden Applaus für Roger und Kerstin, die ihm den ganzen Tag schon in der Küche zur Hand gegangen war, sowie je eine Flasche Wein, keine Hochheimer Blumen, sondern aus Mikulov.

Als kleine Entschädigung für die schwierige Themenwahl hatte der Vorstand im Vorfeld die Idee entwickelt, dass Roger sich in 2026 zunächst die Speisen ausdenkt, man danach die passenden Weine aussuchen werde.

Zwischen den vorgeschlagenen Schwerpunkten Spanien oder rund um das Mittelmeer inklusive Levante zeichnete sich ein Konsens für Spanien ab. Man darf gespannt sein. Olé!

Viele helfende Hände packten am Ende beim Aufräumen mit an, bevor sich alle gut gelaunt auf den Heimweg begaben.

Wie üblich wurde Susannes Artikel auch in der Hochheimer Zeitung veröffentlicht. Hier der entsprechende Link.

Gelehriger Genuss im Weinbaumuseum

GenussSpechte erkunden Weine von wurzelechten Reben

Das Thema wurzelechte Reben beschäftigte Vorstand Hendrik Ruitenberg schon länger. Am 11. Oktober gestaltete er für den Verein eine Probe zu diesem Thema.
Was sind wurzelechte Reben?
Das sind Rebstöcke, bei denen – wie zu Zeiten, als die Römer den Weinbau in ganz Europa verbreiteten – der Wurzelstock und der fruchttragende Teil aus derselben Pflanze bestehen.
Bis ins 19. Jahrhundert waren sie in Europa die Norm.
Doch dann passierte eine Katastrophe: Durch den Import von Reben aus Amerika kam ein blinder Passagier mit – die Reblaus.
Die amerikanischen Wildreben werden zwar auch befallen – die Pflanzen sterben jedoch nicht ab.
In Europa verwüstete die Reblaus nahezu alle Anbauflächen. Man kann sagen, sie waren eines der ersten Globalisierungsopfer.
Die Rettung schließlich war das Pfropfen, eine Veredelungstechnik, die bereits in der Antike bekannt war und im Obstanbau oder bei Rosen genutzt wurde.
Man nimmt eine amerikanische Wurzel als Unterlage und pfropft Edelreiser genannte Zweige aus der gewünschten Rebsorte auf. Im Weinbaumuseum, an dem die Probe stattfand, ist dies anschaulich erklärt. Rebveredeler heißen die Fachleute, die diese wichtige Aufgabe durchführen und in Hochheim gab es einst einen solchen Betrieb.
Auf den Inseln Santorin und Zypern, in Chile und im portugiesischen Bereich Colares finden sich noch wurzelechte Reben, auch in der Camargue in dem sandigen trockenen Boden, in dem es die Reblaus weniger leicht hat.
Was ist der Vorteil, wenn sie doch so anfällig sind? Wurzelechte Pflanzen entwickeln eine mächtige Pfahlwurzel, die senkrecht und tief in den Boden wächst. Sie können sich auch in heißen und trockenen Perioden mit Wasser und Nährstoffen versorgen. Auch passen sie sich offenbar schneller an klimatische Veränderungen an, wie einige Winzerinnen und Winzer feststellen konnten. Die Weine, die man damit erzeugt, sind geschmacklich oft interessanter und terroirbetonter als die modernen Varianten.
Es ist außerdem wichtig, diese alten Pflanzen als Genpool zu erhalten, um sie wieder einkreuzen zu können.

In Deutschland wird man hauptsächlich an der Mosel fündig und nach einer Begrüßung der Mitglieder und Gäste startete Ruitenberg seinen Bildvortrag mit anschaulichen Steckbriefen der Weine und Betriebe, der Winzerfamilien sowie zu jedem Vertreter die passenden Lagen- und Landkarten.
Zur Probe kamen ausschließlich Rieslinge. Man begann mit zwei Riesling Alte Reben vom Weingut F-J Regnery, Klüsserath (Mosel) Auslese trocken aus den Jahrgängen 2024 und 2023. Typische Mosel-Schiefer-Mineralität auf dem Gaumen, knackige Säure, Komplexität.
Weiter ging es mit drei Weinen vom Weingut Schneiders-Moritz, Pommern (Mosel), dem Pommerner Rosenberg Riesling trocken, Jahrgänge 2023, 2022 und 2021. Hier konnte man gut erschmecken, wie etwas mehr Zeit den Wein runder und harmonischer macht.

Nach drei weiteren trockenen Weinen aus Saarburg (VDP.Ortswein vom Weingut Forstmeister Geltz Zilliken), Thörnich (VDP.Großes Gewächs aus der Steilstlage vom Weingut Ludwig) und einem 2022 Bruaneberger Juffer Sonnenuhr Riesling VDP.Großes Gewächs trocken (Weingut Fritz Haag, Brauneberg) kamen zwei süße Tröpfchen ins Glas.
„Endlich ein süßer Wein!“, erschallte es aus dem Mund eines bekannten Hochheimer Liebhabers süßer Weine.
Zunächst, und mit einem etwas kleineren Dosierer ausgeschenkt, da Ruitenberg die letzte Flasche beim Händler seines Vertrauens erworben hatte, eine 2023 Wehlener Sonnenuhr Riesling Auslese, Weingut J.J. Prüm, Bernkastel-Wehlen. Eine Fülle von reifen gelben Früchten breitete sich auf der Zunge aus.

Gekrönt wurde die Probe mit einem gereiften Wein: einem 2003 Pommerner Rosenberg Riesling Beerenauslese vom Weingut Schneiders-Moritz. Nur noch 7% Alkohol und ein Restzucker von 148 … nicht für Diabetiker geeignet. Die wurzelechten Reben sind von 1860 und der Wein ein Gedicht.

Zu Brot und Wasser gesellten sich diesmal Spundekäs und Bretzelchen, die passen immer zu Riesling, sowie zwei verschiedene Quiches, hausgemacht in Sue’s Kitchen. Wie immer, fanden sich sowohl beim Aufbau als auch beim Aufräumen viele helfende Hände.

Eine weitere Probe mit Weinen wurzelechter Reben aus dem Ausland wäre sicher auch interessant, meinten einige der Teilnehmenden. Vielleicht kann man sie dazu animieren, bei ihren Urlauben in einschlägigen Regionen nach passenden Exemplaren Ausschau zu halten, dies würde die Beschaffung vereinfachen.

Der obige Bericht war natürlich auch in der Hochheimer Zeitung abgedruckt. Den entsprechenden Artikel kann mann hier nachlesen. Die Probenfolge der Weinprobe steht auch zur Verfügung.